WARNHINWEIS: ARBEITSLOSIGKEIT – SOZIALE AUSGRENZUNG!

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WARNHINWEIS: ARBEITSLOSIGKEIT – SOZIALE AUSGRENZUNG!

Warnhinweis: Arbeitslosigkeit – soziale Ausgrenzung!

Arbeitslosigkeit ist ein Thema, welches sowohl gesellschaftlich als auch politisch immer kritisch begutachtet und kontrovers diskutiert werden sollte. Der digitale Wandel wird zunehmend eine Herausforderung für die bisherige Arbeitswelt. Die Entwicklung geht hin zu autonomer Technologie und weg von menschlicher Arbeit. Es ist ein soziales Thema, das jedes Individuum treffen kann, weshalb die Auseinandersetzung mit dieser Thematik perse eine hohe Relevanz besitzt. Bereits Anfang des 20. Jahrhunderts zeichnete sich die Bedeutung von Erwerbslosigkeit vor dem kulturellen und politischen Wandel durch den ersten Weltkrieg ab. Als 1929 die Weltwirtschaftskrise die ganze Welt erschütterte, war ein großer Teil der Weltbevölkerung davon betroffen.

Unsere heutige Gesellschaft ist von Arbeitslosigkeit ebenfalls nicht befreit, sondern steht vor der Aufgabe Digitalisierung und autonome technologische Evolution zu denken. Obwohl heute in den meisten wohlhabenderen Ländern Systeme entwickelt wurden, die im Falle der Arbeitslosigkeit, zumindest die finanziellen Verluste zeitweise auffangen können, kann die Problematik nur bedingt kompensiert werden. Denn gerade Langzeitarbeitslosigkeit hat enorme psychische Folgen für die Betroffenen, die Großteils von der Gesellschaft ausgeschlossen werden oder sich auch selbst ausschließen.

 

Die Gründe hierfür sind in dem Selbstverständnis der modernen Leistungsgesellschaft zu sehen: in einer Gesellschaft, die auf Erwerbstätigkeit und dadurch auf einem hohen Lebensstandard gegründet ist, fallen Menschen, die daran nicht teilnehmen können, durch das gesellschaftliche Raster. Ist der Prozess des sozialen Ausschlusses erst einmal im Gange, ist es für das Individuum ein schwieriges Unterfangen, wieder in das gesellschaftliche Leben zurückzukehren. 

 

Die Studie „Die Arbeitslosen von Marienthal“ von Paul Lazersfeld, M. J. und Hans Zeisel stellt diesen Prozess anschaulich dar. Dem Forschungsteam gelangen beeindruckende Ergebnisse der Auswirkung von Arbeitslosigkeit auf das Leben zu erforschen und aufzuzeigen, auf welche bis heute noch zurückgegriffen wird. Durch innovative Methoden konnte Arbeitslosigkeit von allen Seiten beleuchtet werden.

 

Diese Studie belegt, dass Arbeitslosigkeit sich auf jegliche Lebensbereiche auswirkt und das ganze Leben von dieser bestimmt wird. Je länger sie andauert, umso schwieriger wird es wieder ins normale Leben zu finden. Sie wirkt sich zum Einem auf den gesamten Alltag aus. Der Lebensrhythmus wird durch externe Quellen, wie die Arbeitslosenunterstützung, bestimmt. Die Essensgewohnheiten werden umgestellt und die Bevölkerung muss sich diesen anpassen, um zu überleben. Auch der Faktor Zeit kriegt eine andere Bedeutung.

 

Wer arbeitslos ist, verlangsamt sogar sein Tempo beim Laufen und bleibt öfters stehen. Die zusätzliche Freizeit kann auch nicht mehr genossen werden und verliert komplett an Bedeutung. Um die Folgen der Arbeitslosigkeit besser darstellen zu können, teilte das Forschungsteam die Bevölkerung in vier Gruppen ein: Die „Ungebrochenen“, die „Resignierten“, die „Verzweifelten“ und die „Apathischen“.

 

Entscheidend für die Eingruppierung der Individuen war ihre Haltung in Bezug auf deren (berufliche) Zukunft und Bemühen, ihre sozialen Strukturen trotz Arbeitslosigkeit aufrechtzuerhalten (Haushalt, Familie, Interessen). Es zeigte sich, dass diejenigen Betroffenen mit einer „spielerischen Grundhaltung“ am besten mit der Situation der Erwerbslosigkeit zurechtkamen. Eine wichtige Erkenntnis der Studie war daher, dass die Auswirkungen von Arbeitslosigkeit auf die Betroffenen nicht durch die vorherige gesellschaftliche und finanzielle Stellung bestimmt waren, sondern deren Haltung gegenüber den bereits genannten Faktoren.

 

Auch in der heutigen Zeit fallen viele Arbeitslose in die Langzeitarbeitslosigkeit. Auch wenn die finanziellen Umstände im Vergleich zu früheren Zeiten entspannter sind, können die gleichen Auswirkungen beobachtet werden:

Viele der Langzeitarbeitslosen resignieren, können ihre Freizeit nicht genießen und ziehen sich zurück. Hierdurch entsteht ein Kreislauf, den die Betroffenen meist nicht mehr durchbrechen können. Deswegen kann bei vielen Langzeitarbeitslosen die Frage „Einmal Sozialfall, immer Sozialfall“ weitestgehend mit einem „Ja“ beantwortet werden. Tatsache ist, dass die Lebenszufriedenheit sehr eng mit Arbeit und / oder Bildung verbunden ist. Die Bedeutung von Arbeit und Bildung steigt in dem Moment, wenn diese Privilegien nicht oder weniger vorhanden sind. 

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