Im Interview Maximilian Mitera: Sichtbarmachen von Kindesmissbrauch

Mit der Aufdeckung eines digital vernetzten Pädokriminellen-Geflechts stieß die Ermittlungsgruppe der Polizei auf Spuren von mehr als 30.000 Verdächtigen. Deutschlands bisher größter Missbrauchskomplex macht die Ausmaße einer Europa weit vernetzten Szene deutlich. Das zeigt zugleich die Notwendigkeit auf, Missbrauch systematisch sichtbar zu machen, um die Strafverfolgung zu erleichtern. Der operative Analyst Maximilian Mitera hat hierzu seine eigene ROMI Methode (Raise Awareness – Organize Warnings – Manage Warnings – Investigate®) entwickelt.

„Eine Studie von 165 Betroffenen von Sexualmissbrauch zeigt auf, dass die Täter sehr häufig aus dem verwandtschaftlichen Nahbereich kommen und bei näherer Betrachtung sadistisch/psychopathische Verhaltensauffälligkeiten aufweisen. Hierbei gibt es jedoch keine Hinweise, dass es bei unteren sozialen Schichten vermehrt zu Kindesmissbrauch kommt, stattdessen sollen der größte Teil der Täter Akademiker gewesen sein. Wie ich vorher schon sagte, waren viele Täter selbst Opfer.

Hatten etwa die Täter mit diesen Taten, die eigene erlebte Ohnmacht durch eigene Gewalttätigkeiten zu kompensieren versucht, um sich selbst zu beweisen, kein Opfer mehr zu sein? Diese Betrachtung sollte keine Rechtfertigung sein, sondern aufzeigen, wie Täter entstehen, um diese über Empathie und Prävention erst gar nicht zum Täter werden zu lassen.“

Noch unveröffentlichtes Interview, 27.000 Zeichen. Veröffentlichung unter Namensnennung ausdrücklich erwünscht.