Ungleiche Gewalt im häuslichen Umfeld

"Stellen Sie sich die Gewalt im Heimischen, hinter verschlossenen Türen, als eine sich emotional aufladende Entwicklung von zunehmenden Stress vor. Sie sollte demgemäß als „eine Entwicklung hin zur Gewalt“ betrachtet werden. Verschiedene Warnhinweise können dabei unmittelbar bevorstehende Anwendungen ankündigen. Dabei spielt es oftmals nur noch eine untergeordnete Rolle, was die Eskalation, den Schlag oder einen sonstigen Übergriff tatsächlich ausgelöst hat. Es kann dann sogar etwas Lapidares sein: dass das Kind nicht einschlafen kann oder dass ein Haushaltsgegenstand nicht gefunden wird."

„Die aktuelle Situation des Lockdowns kann Faktoren hin zur Gewalt deutlich verstärken, weil die normale soziale Resonanz des inneren Stresses nur noch hinter verschlossenen Türen reguliert wird und die zunehmende Distanz nach außen zu einer unerträglichen Nähe im Inneren führen kann. Situationen können sich zunehmend aufladen und mit den bekannten Zahlen häuslicher Gewalt zur Weihnachtszeit mindestens gleichgesetzt werden. Wenngleich es nur Werte einer Statistik sind, besagen diese jedoch, dass in Deutschland jede Stunde eine Frau von ihrem Partner verletzt wird, jeden Tag versucht wird, eine Frau zu töten und letztendlich durchschnittlich drei Frauen pro Woche durch Tötungsdelikte sterben, 2018 waren es insgesamt 141. Insofern ist es wichtig, hier rechtzeitig einzuschreiten, denn im Falle eines Falles retten Sie ein Menschenleben.“

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